Standsicherheit

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Abgestütztes, umsturzgefährdetes Grabmal
Hinweis der Friedhofsverwaltung auf ein umsturzgefährdetes Grabmal

Friedhofssatzungen schreiben einen Mindeststandard für die Standsicherheit eines Grabmals vor. EinGrabmal muss so aufgestellt und im Boden verankert sein, dass es einen sicheren Stand hat. Ansonsten darf es es nicht aufgestellt werden.

Einmal jährlich wird die Standsicherheit üblicherweise von der Friedhofsverwaltung überprüft (gewöhnlich nach dem Ende der Frostperiode). Diese Überprüfung kann gebührenpflichtig sein. Die Verwaltung kennzeichnet lockere Grabmale mit aufgeklebten Zetteln und sperrt akut umsturzgefährdete Grabmale ab. Finden Grabnutzer an Ihrem Grabmal einen solchen Hinweis, sollten sie sich mit einem Steinmetz wegen der erneuten Befestigung in Verbindung setzen und die Friedhofsverwaltung informieren.

Technische Vorschriften:

Der Bundesinnungsverband der Steinmetze BIV ("Richtlinie für die Erstellung und Prüfung von Grabmalanlagen") und die Deutsche Natursteinakademie DENAK ("TA-Grabmal") haben jeweils Richtlinien erstellt, nach denen Grabmale sicher errichtet und Standsicherheitsprüfungen durchgeführt werden können. Die Friedhofsverwaltungen berufen sich gewöhnlich auf eine dieser Richtlinien.

Verkehrssicherungspflicht:

Diese verlangt auch unabhängig von den technischen Vorschriften, dass Grabnutzer Grabmale sicher aufstellen (lassen) und Grabnutzer sowie Friedhofsverwalter dafür sorgen, dass die Standfestigkeit regelmäßig geprüft wird.

Nichteinhaltung der Vorschriften und Schadensfälle:

Hält sich der Steinmetz beim Aufstellen des Grabmals nicht an die technischen Regeln, hat der Kunde ein Recht auf Nachbesserung. Sorgt der Steinmetz nicht für die geforderten Nachbesserungen, hat der Kunde – je nach konkreter Situation – verschiedene Möglichkeiten zu reagieren: Er kann den Nacherfüllungsanspruch gerichtlich geltend machen, den Mangel selbst beseitigen und die Kosten geltend machen, vom Auftrag zurücktreten, eine Minderung der Rechnung oder Schadensersatz verlangen. Seine Ansprüche verjähren allerdings nach fünf Jahren. Die Situation ist komplizierter, wenn ein zweiter Steinmetz beauftragt wird. Hier muss im Einzelnen geklärt werden, welche Leistungen dieser und welche der erste zu erbringen hat.

Ist ein Grabmal locker, muss der Grabnutzer veranlassen, dass das Grabmal wieder befestigt wird. Werden Personen aufgrund einer Nichteinhaltung der Verkehrssicherungspflicht verletzt, haften sowohl Friedhofsträger als auch Grabnutzer gegenüber den Geschädigten. Der Steinmetz haftet unmittelbar nur dem Kunden, nicht etwa unmittelbar einem geschädigten Friedhofsbesucher, und nur dann, wenn er für den Mangel verantwortlich ist.

Ratschläge zur Haftungsvermeidung:

Dem Kunden kann eine Dokumentation über das Aufstellen des Grabmals helfen, die vom Steinmetz erstellt wird. Dies gewährleistet nur die Richtlinie "TA-Grabmal" der Deutschen Natursteinakademie. In der Richtlinie des Bundesinnungsverbandes ist solch eine Dokumentation nicht vorgeschrieben. Auch wenn damit Mehrkosten verbunden sind, schützt es den Kunden vor Schadensersatzansprüchen und hilft, Unfälle zu vermeiden. Wegen der regelmäßigen Standsicherheitsprüfungen sollte der Kunde bei der Friedhofsverwaltung nachfragen, ob diese die Standsicherheitsprüfung mit übernimmt; das ist meist der Fall.

Weblinks