Leichenschau

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Nach jedem Todesfall muss eine Leichenschau vorgenommen werden d.h. der Leichnam des Toten muss untersucht und der Tod und die Todesursache müssen festgehalten werden. Ist eine Leichenverbrennung beabsichtigt, ist eine zweite Leichenschau erforderlich (außer in Bayern, zum Teil auch nicht bei Verstorbenen in Baden-Württemberg, die dort eingeäschert werden). Die Einzelheiten regeln die Bestattungsgesetze der Bundesländer.

Leichenschau

Nach jedem Todesfall muss ein Arzt verständigt werden, der einen Totenschein (auch Todesbescheinigung oder Leichenschauschein genannt) ausstellt. Meistens kontaktieren die Angehörigen den jeweiligen Hausarzt oder aber den Dienst habenden Arzt. Bei einem Todesfall in einem Heim oder Krankenhaus kümmert sich die Verwaltung darum.

Der Arzt beurkundet mit dem Totenschein nach gründlicher Untersuchung des Verstorbenen (zu der er gesetzlich verpflichtet ist) den Tod eines Menschen anhand sicherer Todeszeichen und hält die Personalien und den Zeitpunkt und Ort des Todes fest. Dazu vermerkt der Arzt - wenn möglich - eine Todesursache und die Todesart, also ob es sich um einen natürlichen oder unnatürlichen Tod handelt.

Für den Totenschein werden Gebühren fällig, die sich nach der Gebührenordnung für Ärzte richten.

Zweite Leichenschau/Leichennachschau

Im Falle einer Feuerbestattung fordern die meisten Landesbestattungsgesetze (außer in Bayern, in Baden-Württemberg mit Ausnahmen) eine zweite Leichenschau (auch Leichennachschau genannt). Diese wird vom Amtsarzt vorgenommen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass Verstorbene eines unnatürlichen Todes gestorben sind, der eventuell bei der ersten Leichenschau übersehen worden war. Der Grund ist, dass im Gegensatz zu im Sarg Beigesetzten bei eingeäscherten Leichnamen nicht mehr nachträglich die mögliche (unnatürliche) Todesursache ermittelt werden kann, falls erst im Nachhinein Hinweise darauf aufkommen sollten.

Innere Leichenschau/Leichenöffnung

Bei der inneren Leichenschau oder Leichenöffnung (auch Autopsie oder Obduktion genannt) geht die Untersuchung des Leichnams über die äußere und die der Körperöffnungen hinaus. Durch die Öffnung des Leichnams sollen (und können) die zum Tode führende Grunderkrankung und die Todesursache genauer abgeklärt werden. Sie dient darüber hinaus auch der Kontrolle der klinischen Diagnostik und Therapie und der Ärzte-aus- und -weiterbildung.1

Fußnoten

  1. Zentralinstitut für Seprulkalkultur (Hrsg.): Großes Lexikon der Bestattungs- und Friedhofskultur: Wörterbuch zur Sepulkralkultur. Teilband III Frankfurt: Fachhochschulverlag, 2010. - ISBN 978-3-940087-67-6 - S.285