Grabmal

Aus Wiki: Tod - Bestattung - Trauer
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Grabmal bezeichnet man das Erinnerungszeichen an der Grabstätte eines Toten. Grabmale spielen eine zentrale Rolle beim Gedenken und Erinnern. Ein Grabmal soll die Erinnerung an den Verstorbenen erhalten.

Beim Grabmalkauf zu beachten

Die Branche der Grabmalschaffenden hält überzeugende Angebote für jeden in allen Preisklassen bereit - sowohl für den individuellen Trendsetter als auch für den traditionsbewussten Grabmalkäufer.

Erste Schritte

Gibt es Wünsche des Verstorbenen hinsichtlich der Grabmalgestaltung? Zunächst sollten man nach den Wünschen und Vorstellungen des Verstorbenen forschen. Vielleicht hat er in seinem Testament oder einer Verfügung geäußert, wie das Grabmal gestaltet sein soll.

Das Grabmal in der Friedhofssatzung

Jeder Friedhof besitzt eine Satzung mit Gestaltungsvorgaben. Man informiere sich beim jeweiligen Friedhofsbetreiber über die örtlichen Vorschriften und leite diese unbedingt an den Steinmetz der Wahl weiter. Vor der endgültigen Auftragserteilung muss vom jeweiligen Friedhofsträger die schriftliche Genehmigung eingeholt werden. Die Genehmigung kann mit Auflagen erteilt werden. Mit der Durchführung dürfen i.d.R. nur zugelassene Bildhauer oder Steinmetze beauftragt werden. Es ist möglich, dass die Genehmigung zur Errichtung oder Änderung vor Vergabe des Auftrages unter Vorlage von Zeichnungen und mit genauen Angaben über Art und Bearbeitung des Werkstoffes, über Inhalt, Form und Anordnung der Inschrift und des Symbols einzuholen ist. Die Genehmigung erlischt, wenn das Grabmal oder die bauliche Anlage nicht binnen einer bestimmten Frist nach der Genehmigung errichtet worden ist. Wenn man sich nicht zu schnell festlegen möchte, besteht die Möglichkeit, ein Provisorium z. B. in Form eines einfachen Holzkreuzes zu errichten. Auskunft über die Standzeiten eines solchen Provisoriums erteilen die Friedhofsbetreiber.

Steinmetz

Für die entsprechenden gewerblichen Tätigkeiten muss der Steinmetz für den jeweiligen Friedhof zugelassen sein. Im Zweifel sollte man nach dem Nachweis der Eintragung in die Handwerksrolle fragen.

Preise

Für Grabmale gilt die Preisauszeichnungspflicht laut Preisangabenverordnung. Danach gilt u.a.:

"Waren, die in Schaufenstern, Schaukästen, innerhalb oder außerhalb des Verkaufsraumes auf Verkaufsständen oder in sonstiger Weise sichtbar ausgestellt werden, und Waren, die vom Verbraucher unmittelbar entnommen werden können, sind durch Preisschilder oder Beschriftung der Ware auszuzeichnen" (§ 4 I 1 PAngV),

und

"wer Leistungen anbietet, hat ein Preisverzeichnis mit den Preisen für seine wesentlichen Leistungen oder in den Fällen des § 1 Abs. 3 mit seinen Verrechnungssätzen aufzustellen. Dieses ist im Geschäftslokal oder am sonstigen Ort des Leistungsangebots und, sofern vorhanden, zusätzlich im Schaufenster oder Schaukasten anzubringen" (§ 5 I 1,2 PAngV).

Damit muss der Steinmetz seine ausgestellten Grabmale mit Preisen auszeichnen und für seine wesentlichen Leistungen (z.B. das Aufstellen von Grabmalen) ein Preisverzeichnis aushängen. Dies kann vom Verbraucher grundsätzlich erwartet werden.

Zusammensetzung der Preise: Die Preise setzen sich aus mehreren Posten zusammen. Um nachträgliche Kosten zu vermeiden, sollte man sich vom potenziellen Auftragnehmer einen Kostenvoranschlag erstellen lassen. Er sollte die nachstehenden einzelnen Kostenpositionen enthalten. Grundsätzlich ist der Preis abhängig von Größe und Material. Dieser Endpreis enthält Material- und Arbeitskosten. Handeln ist oft möglich. Einzelne Kostenpositionen:

  1. Grabmal
  2. Beschriftung
  3. Grabeinfassung
  4. Transport
  5. Versetzen inklusive Fundamentarbeiten

Versetzen des Grabmals:

Das Errichten der Grabmale muss nach den jeweils geltenden Richtlinien für das Fundamentieren und Versetzen von Grabdenkmälern erfolgen. Man prüfe, ob dieser Posten im Kostenvoranschlag enthalten ist.

Weitere Kostenpositionen können sein:

  • Arbeitskosten
  • Genehmigung für das Aufstellen des Grabmals, falls der Steinmetz damit beauftragt ist
  • Event. Versand
  • Liegesteine - Bei Liegesteinen kann der Verbraucher auch selbst tätig werden. Liegesteine können eigenständig auf dem Grab in einer Position der Wahl platziert werden. Bei dieser Alternative entfallen die Kosten für das Versetzen, den Transport und das Fundamentieren.
  • Neufertigung und Anbringung weiterer Inschriften
  • Entwerfen und Zeichnen passender Zweitschriften
  • Restauration verwitterter Ornamentik und Inschriften
  • Erweiterung und Ergänzung bestehender Grabanlagen, wie auch deren Modernisierung, Umarbeitung und Erhaltung
  • Restauration alter Grabmale oder Feldkreuze (etwa bei Patenschaften
  • Aufrichtung und neue Befestigung sturzgefährdeter Grabanlagen
  • Abbruch und Entsorgen alter Grabanlagen.


Grabmalvielfalt

Industriesteine Lager

Es gibt heute viele Möglichkeiten, ein Grabmal zu gestalten. Die Zeit der tristen Einheitsgrabmale ist vorbei.

Formen

Die Formen reichen vom herkömmlichen Grabstein über kubische oder unregelmäßige Formen, stehende oder liegende Grabmale, hin zu Stelen und Installationen. Wichtig ist die jeweilige Friedhofssatzung, die die genehmigten Grabmalformen erläutert.

Materialien

Das gebräuchlichste Material ist Stein in vielen Sorten und Farben. Darüber hinaus lassen sich aber auch Holz, Metall, Glas oder Email verwenden. Ebenso können verschiedene Materialien miteinander kombiniert werden. Auch hier ist der Blick in die Friedhofssatzung notwendig. Im Anschluss können Sie sich vom Steinmetz Ihrer Wahl beraten lassen. Er kann Ihnen auch die mit den Materialien verbundenen Pflegemaßnahmen erläutern. Für Farbe, Größe, Platzierung gilt es ebenfalls unbedingt die entsprechende Friedhofssatzung zu beachten.

Herstellung

Grundsätzlich lässt sich die Herstellung in handwerkliche und industrielle Fertigung unterscheiden. Es gibt darüber hinaus die Möglichkeit, einen Importstein für das Grabmal zu wählen. In diesem Fall sollten Sie sich aber vergewissern, dass der Stein zu keinem Zeitpunkt mit Hilfe von Kinderarbeit gefertigt wurde (Steine aus Indien stehen in Verdacht. Ebenso gelten die Produktionsbedingungen in China als unmenschlich). Eine Alternative bieten hier einheimische bzw. europäische Steine. Sie fügen sich oft auch besser in die umgebende Landschaft ein. Darüber hinaus ist durch die kürzeren Transportwege auch ihre Ökobilanz eine deutlich bessere. So können sie dazu beitragen, das traditionelle Handwerk zu stärken.

Kindergrabmale

Für Angehörige verstorbener Kinder ist es besonders wichtig, diesen mit einem individuellen Grabmal zu gedenken. Immer mehr Steinmetze bieten an, gemeinsam mit den Eltern ein Grabmal zu entwerfen, was das kurze Leben des Kindes widerspiegelt oder seine Fähigkeiten und Vorlieben besonders hervorhebt. Diese intensive Auseinandersetzung mit dem Tod kann sehr hilfreich beim Trauerprozess sein und die Verarbeitung des Geschehenen stark unterstützen. Für dieses Thema gibt es im Aeternitas-Grabmal-Portal einen besonderen Bereich: Kindergrabmale im Grabmal-Portal

Patenschaften

Viele Städte bieten Patenschaften für historische, erhaltenswerte Grabstätten an. Als Grabpate können Sie den Erhalt eines historischen Grabmals sichern und bekommen zugleich eine hochwertige, ansprechende Grabstelle für spätere Beisetzungen. Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Patenschaftsmodelle. Üblicherweise übernimmt der Pate die Kosten, um die bauliche und gärtnerische Grabanlage in Abstimmung mit der Friedhofsverwaltung zu restaurieren und zu erhalten. Die Stadt honoriert dies unter Umständen, indem sie dem Paten ein kostenloses Anwartschaftsrecht auf Nutzung für sein Patenschaftsgrab einräumt. Nutzungsgebühren müssen dann erst im Beerdigungsfalle bezahlt werden. Wenn Sie wissen möchten, auf welchen Friedhöfen Sie Patenschaften eingehen können, fragen Sie bei der örtlichen Friedhofsverwaltung nach.

Grabmalberatungsstellen der Friedhofsträger

Informieren Sie sich, ob es in Ihrem Wohnort eine solche Beratungsstelle gibt, wenn Sie sich unsicher bei der Gestaltung sind. Sie begutachtet die eingereichten Grabmalanträge.

Grabmalkauf im Internet

Das Internet kann eine ausgezeichnete Orientierungshilfe bei der Entscheidung für das passende Grabmal bieten. So verschafft es einen ersten Überblick über die ernorme Vielfalt an Formen, Farben und Materialien, gibt Ideenanstöße für die Gestaltung, informiert über mögliche Kosten und hilft bei der Suche nach einem geeignetem Steinmetz. Entfernt lebende Familienangehörige können beim Entscheidungsprozess besser beteiligt werden und eine schnellere Abstimmung ist möglich.

Der Grabmalkauf über das Internet birgt jedoch auch einige Nachteile. So befindet sich der Steinmetz auf den die Wahl gefallen ist, nicht immer in der Nähe des Bestattungsortes des Verstorbenen und zu den Grabmalkosten können noch zusätzliche Transportkosten anfallen. Durch die fehlende Haptik kann eine falsche Vorstellung von Material und Größe entstehen. Die gezeigten Bilder der Grabmale sind häufig in einer schlechten Bildqualität und geben die Farbigkeit des Steins verfälscht wieder. Außerdem fehlen oftmals mehrere Ansichten des Steins und lassen sein genaues Aussehen nur erahnen.

Es empfiehlt sich, die Vorteile des Internets vor dem Grabmalkauf zu nutzen und sich umfassend zu informieren. Die aufgeführten Nachteile können durch die Auswahl eines Steinmetzes in der Nähe oder die Besichtigung vor Ort ausgeschlossen werden. Ist dies nicht möglich, achte man auf eine umfangreiche bildliche Darstellung des Grabmals in hoher Qualität. Es besteht auch die Möglichkeit sich ein kleines Stück des verwendeten Steins per Post schicken zu lassen, um Material und Farbe im Original zu sehen.

Grabmalvorsorge

Eine abgeschlossene Grabmalvorsorge beinhaltet etwa

  • regelmäßige, fachgerechte Reinigung der Grabanlage
  • Nachtönen der Schriften
  • Instandhalten der Einfassung
  • Ergänzung der Inschriften
  • Demontage und Neumontage bei einer weiteren Beisetzung und Erfordernis
  • Grabpflege

Informationen erteilt der Steinmetz oder Friedhofsgärtner über die gewünschten Leistungen (Kostenvoranschlag anfertigen lassen).

Ruhestättenschutzbrief

Für Schäden wie Diebstahl, Vandalismus oder Unwetter haftet der Friedhofsbetreiber in der Regel nicht. Falls man sich für solche Schäden absichern möchte, steht hierzu eine Absicherung zur Verfügung: ein Ruhestättenschutzbrief. Die Versicherung kann bei der Ideal-Versicherung direkt oder über Vertragspartner abgeschlossen werden. Stiftung Warentest beurteilt den Nutzen negativ: Vandalismus, Sturm oder Diebstahl können im Schadensfall mit 3.000 oder 4.500 EUR gedeckt werden. Bewegliche Teile sind dagegen aber nicht versichert. Erdabsackungen, Schimmel oder auch die Grabbepflanzung können ebenfalls nicht versichert werden. Warentest befindet die Police demnach für überflüssig - zumal die Wahrscheinlichkeit eines Schadens nicht allzu hoch sei.

Ein Grabmal selbst gestalten

Der Wunsch nach Individualität und Abheben von der Masse findet sich auch auf unseren Friedhöfen wieder. Das individuelle Grabmal scheint die Steine von der Stange zu verdrängen und immer mehr Kunden möchten bei der Gestaltung des Grabsteins beteiligt sein. Steinmetze bieten dazu unterschiedliche Möglichkeiten an. Die erste Möglichkeit besteht in einem Gespräch, in dem die Hinterbliebenen vom Leben des Verstorbenen, seinen Einstellungen, Fähigkeiten und Vorlieben erzählen. Der Steinmetz entwirft daraufhin ein Grabmal, meistens in Form einer Skizze, was individuell zu dem Verstorbenen passt. Eine zweite Möglichkeit ist, dass die Hinterbliebenen mit einer Vorstellung, einer Skizze oder einem Modell zum Steinmetz gehen und dieser die Ideen dann umsetzt. Möglich sind auch nur Elemente, die im Grabmal enthalten sein sollen, wie z.B. ein Bild, was der Tote gemalt hat, sein Handabdruck oder seine Unterschrift, die dem Steinmetz zur Umsetzung vorgelegt werden. Einige Steinmetzbetriebe bieten Workshops an, in denen gemeinsam mit den Angehörigen ein Grabmal gestaltet und handwerklich gefertigt wird.


Verantwortung für Mensch und Umwelt

Nachhaltige ökoKONZEPTgrabmale mit austauschbaren Schriftträgern (Bernd Foerster Steintechnik)

Importsteine - beispielsweise aus Indien oder China: wie steht's um Ökobilanz und Arbeitsbedingungen?

Ökobilanz

Die Ökobilanz ist ein Berechnungsverfahren. Sie setzt sich zusammen aus dem CO2-Verbrauch, der für die Herstellung und den Transport der Steine notwendig ist. Daher haben einheimische Steine eine deutlich bessere Ökobilanz als solche, die erst um den halben Globus verschifft werden. Man lasse sich Material beispielsweise aus Kalk- oder Sandstein zeigen, die in Ihrer Nähe gewonnen wurden. Eventuell passt dieses Material besser in die Landschaft als ein Brasilianischer Marmor. Die deutsche Naturwerksteinindustrie verfügt über etwa 160 einheimische Sorten - so lässt sich sicher ein passender Stein finden.

Arbeitsbedingungen

Zu berücksichtigen ist auch, unter welchen Bedingungen die Steine in Heimatländern, wie China und Indien produziert werden. Stein-Zertifikate, wie Beispielsweise von Xertifix, die eine Herstellung von Grabmalen ohne Kinderarbeit- oder Sklavenarbeit gewährleisten, gehen in die richtige Richtung da mit der Arbeit zudem soziale Projekte in den Exportländern finanziert werden. Der Steinmetzbetrieb vor Ort sollte Auskunft geben, ob seine Steine ein solches Zertifikat tragen.

Alternativen

Neben der Verwendung einheimischer Steine könnten auch Materialien wie Holz, Metall und Glas eine Alternative darstellen. Einige Friedhöfe gestatten auch die Verwendung von Beton, Keramik und Kunststoff. Bei der Auswahl sollten immer auch ökologische Aspekte in die Überlegungen einbezogen werden.

Grabmalpflege

Tipps zur Grabmalpflege finden Sie in dem eigenen Artikel "Grabmalpflege".


Entfernen von Grabmalen

Was nach Ablauf des Nutzungsrechts mit einem Grabmal geschieht, ist in den Friedhofssatzungen verankert.

Friedhofssatzung

Was diese nach Ablauf des Nutzungsrechtes für die Grabmale vorgesehen ist, steht in der jeweiligen Friedhofssatzung. Es kann sein, dass die Entfernung des Grabmals vom Friedhofsträger vorgenommen wird; damit geht es in den Besitz des Trägers über. Denn mittlerweile rechnen Friedhöfe öfter die Kosten für das Abräumen des Grabes in die Nutzungsgebühr ein. In jedem Fall ist vor der Entfernung die Stadt zu verständigen.

Materialverwendung

Alte Grabmale werden nach ihrer Abräumung meist zu Wegebaumaterial wiederverwertet. Wenn die Schriftzüge unkenntlich bzw. nicht sichtbar verwendet werden, können die Steine aber z. B. auch für Trockenmauern oder Gartenteiche verwendet werden. Wichtig ist bei einer solchen Zweitverwendung nur der respektvolle Umgang mit dem Stein. Es ist übrigens nicht verboten, den Stein im eigenen Garten aufzustellen.


Rechtliches

Es gibt verschiedene Pflichten, die Sie an einer Grabstelle erfüllen müssen. Daneben haben Sie auch einige Rechte. Hier finden Sie wichtige Regeln zum Grabmal.

Standsicherheit/Instandhaltung

Die Grabmale und dazugehörige bauliche Anlagen sind vom Grabmalbesitzer (dem Grabnutzungsberechtigten) in würdigem Zustand zu halten. Den Grabnutzungsberechtigten trifft rechtlich gesehen die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Das bedeutet, dass die Grabsteine nach den anerkannten Regeln des Handwerks verankert und so befestigt werden müssen, dass sie dauerhaft standsicher sind und beim Öffnen benachbarter Gräber nicht umstürzen oder sich senken.

Darüber hinaus ist der Nutzungsberechtigte im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht grundsätzlich verpflichtet, das aufgestellte Grabmal laufend auf seine Standfestigkeit zu überprüfen. In der Regel wird eine alljährliche, nach dem Ende der winterlichen Witterung und des Frostes vorzunehmende Prüfung ausreichen (BGH NJW 1971, 2308). Ist eine Privatperson selbst nicht in der Lage die Prüfung vorzunehmen, muss sie Dritte damit beauftragen. Die Verkehrssicherungspflicht hat der Friedhofsträger ebenso zu erfüllen. Einmal jährlich muss daher grundsätzlich am Grabmal eine "Druckprobe" vorgenommen werden.

Haftung

Im Falle eines Schadens aufgrund einer Verletzung der Verkehrssicherungspflicht, verletzt also beispielsweise ein umstürzender Grabstein einen Dritten, haften sowohl der Grabnutzungsberechtigte, als auch der Friedhofsbetreiber dem Geschädigten. Häufig wird allerdings der Friedhofsbetreiber die Haftung im Innenverhältnis auf den Grabnutzungsberechtigten abwälzen, so dass im Ergebnis letzterer haftet. Um diese Haftung zu vermeiden, sollte die Verkehrssicherungspflicht eingehalten und allerspätestens bei Mitteilung einer eventuellen Gefährdung durch die Friedhofsverwaltung ein qualifizierter Unternehmer mit der Reparatur beauftragt werden. Darüber hinaus ist der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung empfehlenswert, die regelmäßig dieses Risiko mit abdecken dürfte.

Gewährleistung

Gegenüber einem mit der Aufstellung des Grabmals beauftragten Unternehmen bestehen Gewährleistungsansprüche seitens des Kunden. Ist die Aufstellung mangelhaft, kann u.a. und sollte zunächst darauf bestanden werden, dass der Unternehmer den Fehler nachbessert. Dieser Anspruch auf Mängelbeseitigung und sonstige daraus resultierende Schadenersatzansprüche verjähren nach 5 Jahren ab Abnahme des Werkes, d.h. nachdem man dem Unternehmer mitgeteilt hat, dass er seine Arbeit im Wesentlichen ordnungsgemäß erledigt hat.

Die beschriebene Gewährleistungspflicht resultiert aus dem Werkvertragsrecht, das regelmäßig anwendbar ist. Unter Umständen kann es sich beim Erwerb eines Grabsteins auch um einen Werklieferungs- oder Kaufvertrag handeln, auch dann besteht eine Gewährleistungspflicht. Die entsprechenden Verjährungsfristen können dann schon deshalb verkürzt sein, weil nach den dann anwendbaren kaufrechtlichen Vorschriften die Verjährung mit Ablieferung bzw. Übergabe der Sache beginnt.

Friedhofssatzungen bzw. Friedhofsordnungen

In den örtlichen Friedhofssatzungen können spezielle Regelungen enthalten sein, die die Grabnutzungsberechtigten - sofern sie rechtmäßig sind - binden. Es können auch strengere Anforderungen an die Gestaltung der Grabstätten gestellt werden, wenn in einem anderen Friedhof(-sbereich) von der Gemeinde die Gestaltungsmöglichkeiten offen gehalten werden. Es können z.B. Bestimmungen über die Arten der Grabmale, deren Größe, deren Material, die Schriftart, die Schriftfarben und die Art der Grabeinfassungen getroffen werden. Weicht der Steinmetz bzw. Unternehmer von diesen Regelungen ab, ist das Werk mangelhaft, so dass wiederum die Gewährleistungspflicht eintritt.

Nachbau von Grabmalen

Grabmale können urheberrechtlich oder geschmacksmusterrechtlich geschützt sein. Im Einzelnen lesen Sie dazu die detaillierten Artikel "Geschmacksmustergesetz und Grabmale" sowie "Urheberrecht an Grabmalen".

Weiterführendes

Weblinks