Grabformen

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Reihengrab

Reihengräber

Das Reihengrab ist für die Körper- oder Urnenbestattung von einer Person vorgesehen. Die Gräber liegen - wie der Name sagt - in einer Reihe nebeneinander und werden Grabstelle für Grabstelle in zeitlicher Reihenfolge nacheinander belegt. Es ist nicht möglich, eine Grabstelle zu überspringen, für Angehörige zu reservieren oder die Nutzungsdauer nach Ablauf - in der Regel 10 bis 40 Jahre - zu verlängern. Mindestgröße und Ruhefrist sind in der jeweiligen Friedhofssatzung festgelegt. Eine individuelle Gestaltung der Grabstätte und des Grabmals sind im Rahmen der Friedhofsordnung möglich. Ein Reihengrab ist die kostengünstigere Alternative zum Wahlgrab.

Wahlgrab

Erdwahlgräber
Urnenwahlgräber

Ein Wahlgrab ist nach Lage und Größe, entsprechend der Friedhofssatzung, wählbar. Die örtlich unterschiedliche Nutzungsdauer von 10-40 Jahren kann nach Ablauf verlängert werden. Wahlgrabstätten werden mit einer bis vier Grabstellen sowohl für Urnenbestattungen, als auch für Körperbestattungen angeboten. Bei einem Wahlgrab für Körperbestattungen wird die zusätzliche Beisetzung einer Urne in einer belegten Grabstätte im Allgemeinen gestattet. Eine individuelle Gestaltung der Grabstätte und des Grabmals sind im Rahmen der Friedhofsordnung möglich. Die Grabpflege obliegt den Angehörigen. Wahlgräber werden häufig auch als Familiengräber bezeichnet.

Wer ganz besondere Vorstellungen von Grabmal und Grabbepflanzung hat, sollte bei der Wahl des Grabes auf die verbindlichen Gestaltungsvorschriften achten. Es gibt Grabfelder mit und ohne besondere Gestaltungsvorschriften.

Traditionell ist ein Wahlgrab erst ab Eintritt des Todes von den Hinterbliebenen erwerbbar. Seit einigen Jahren setzt sich aber ein neuer Trend des "Vorverkaufs" zu Lebzeiten durch. Vor allem Doppelgräber sind daher bei Ehepaaren sehr gefragt, die auch im Tod nicht getrennt werden wollen. In der Regel entstehen Reservierungskosten, die von der eigentlichen Grabnutzungsgebühr abweichen. Was konkret möglich ist, lässt sich bei der örtlichen Friedhofsverwaltung erfragen.

Die Kosten für ein Wahlgrab sind höher als bei Reihengräbern.

Tiefgrab

Das Tiefgrab ist eine doppelte Grabstelle, in der die einzelnen Beisetzungen nicht neben-, sondern untereinander stattfinden. Sowohl Särge als auch Urne können beigesetzt werden.

Gruft

Die Gruft ist eine gemauerte Grabstätte (ober- oder unterirdisch) für Särge oder Urnen. Es handelt sich überwiegend um alte und/oder historische Familiengrabstätten. Neue Grüfte werden heute im Normalfall nicht mehr angelegt.

Mausoleum

Das Mausoleum ist ein besonders aufwendiges Grabgebäude und damit eine spezielle Form einer Gruft im Sinne der hier genannten Definition.

Kolumbarium

In einem Kolumbarium (lateinisch für: Taubenschlag, auch Urnenwand genannt) werden Urnen in einer Wand mit einzelnen Nischen bzw. Fächern beigesetzt - pro Fach ein bis zwei Urnen. Solche Urnennischen werden vermehrt auch in Kirchen oder ehemaligen Mausoleen angeboten. Befinden sich die Urnennischen in einem eigens dafür vorgesehenen Gebäude, spricht man auch von einer Urnenhalle.

Anonymes Grab

In einem anonymen Grab wird eine Urne ohne namentliche Kennzeichnung beigesetzt - meist auf Rasenfeldern. Angehörige dürfen bei der Beisetzung gewöhnlich nicht anwesend sein und erfahren später auch nicht die Stelle, an der die Urne beigesetzt wurde. Gelegentlich gibt es anonyme Gräber für Särge.

Halbanonymes Grab

Eine Alternative zur anonymen Bestattung ist die halbanonyme Bestattung. Hierbei werden die Namen der Verstorbenen auf einem gemeinsamen Denkmal aufgeführt. Auch hier ist der genaue Beisetzungsort den Angehörigen nicht bekannt.

Rasengrab

Die Bestattung im Rasengrab ist sowohl für Körper- als auch für Urnenbestattungen möglich. Es besteht die Wahl zwischen Reihengrab, Wahlgrab und anonymem Grab. Bei den Reihen- und Wahlgräbern erfolgt eine namentliche Kennzeichnung des Verstorbenen durch eine von der Friedhofsverwaltung vorgegebene Grabplatte oder -tafel auf der jeweiligen Grabstätte. Eine individuelle Grabgestaltung und das Ablegen von Grabschmuck sind nicht möglich. Bei einer Urnenbestattung beläuft sich die Nutzungsdauer auf 20-50 Jahre, bei einer Körperbestattung im Sarg auf 15-30 Jahre. Eine Verlängerung der Nutzungsdauer ist nur bei einer Wahlgrabstelle gegeben. Bei einem Urnenrasengrab ist die Belegung von 2-8 Grabstellen möglich, bei einem Rasengrab für Körperbestattungen kann nur eine Grabstelle belegt werden.

Naturgrab

Für die Bestattung in der Natur gibt es verschiedene Möglichkeiten der Beisetzung. Die in Deutschland bekanntesten sind dabei die Baumbestattung und die Seebestattung.

Gemeinschaftsgrab

Neben den klassischen Grabformen für Erd- und Urnenbestattungen bieten immer mehr Friedhöfe einheitlich gestaltete Gemeinschaftsgrabanlagen an.

Patenschaftsgrab

Das Patenschaftsgrab (Grabmalpatenschaft)ist eine historisch oder künstlerisch wertvolle Grabstätte, für die kein Nutzungsrecht mehr besteht. Dieses Grab wird an eine "Paten" vergeben. Dieser erwirbt einerseits das Recht, das Grab als Beisetzungsstätte zu nutzen, auf der anderen Seite verpflichtet er sich zum Erhalt und eventuell zur Restaurierung des historischen Grabmals.