Bestattungsvorsorge

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Bestattungsvorsorge bezieht sich zum einen auf das Festlegen der eigenen Bestattungswünsche, zum anderen auf die Absicherung der Finanzierung dieser Wünsche (Finanzielle Vorsorge). Beides kann dazu dienen, Angehörige (die späteren Hinterbliebenen) zu entlasten, sei es beim Treffen notwendiger Entscheidungen, sei es bei den Kosten der Bestattung. Die Vorsorge für die eigene Bestattung kann darüber hinaus die Sicherheit verschaffen, dass die eigenen Vorstellungen auch umgesetzt werden. Dies ist insbesondere für Menschen bedeutsam, die sich nicht darauf verlassen können bzw. wollen, dass die üblicherweise bestattungspflichtigen Verwandten später auch nach den Vorstellungen der Verstorbenen die Bestattung in Auftrag geben.

Auch wenn der zu Lebzeiten mündlich geäußerte Wille ebenso maßgeblich ist bei der Frage nach den Bestattungswünschen eines Verstorbenen, empfiehlt sich die Schriftform. Gerade bei Unklarheiten ist so leichter nachzuweisen, in welcher Art und Weise die Bestattung ablaufen soll. Im Rahmen einer solchen Bestattungsverfügung (die auch handschriftlich verfasst sein kann) können angefangen bei grundlegenden Fragen wie Erd- oder Feuerbestattung bis hin zur Gestaltung der Trauerfeier nach eigenem Wunsch nur wenige Punkte oder aber auch zahlreiche Details wie zum Beispiel die Musik bei der Trauerfeier geregelt werden.

Eine Bestattungsverfügung kann auch Personen benennen, die nach dem eigenen Tod die eigenen Wünsche umsetzen sollen. Mit entsprechenden Festlegungen wird dann bestimmt, wer zum Zeitpunkt des Todes die Totenfürsorge übernimmt (also das Recht und zugleich die Pflicht, sich um die Bestattung des Verstorbenen zu kümmern und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen). Dieses Totensorgerecht (auch: Totenfürsorgerecht) lässt sich auf die gewünschte Person übertragen - Verwandte, Freunde, auch Bestatter zum Beispiel. Ohne gesonderte Verfügung fällt es an die nächsten Verwandten, in einer gesetzlich festgelegten Reihenfolge.

Im Rahmen eines Bestattungsvorsorgevertrages wird bereits zu Lebzeiten ein bestimmter Bestatter mit der Abwicklung der eigenen Bestattung beauftragt. In diesem Vertrag werden die jeweiligen Wünsche festgehalten. Das dementsprechend notwendige Budget wird üblicherweise im Rahmen einer Sterbegeldversicherung oder eines Treuhandvertrages abgesichert. Im ersten Fall schließt der Kunde eine Sterbegeldversicherung ab, die im Todesfall an den Bestatter ausgezahlt wird, im zweiten Fall zahlt der Kunde mit Vertragsabschluss die entsprechende Summe auf ein Treuhandkonto ein. Im Todesfall zahlt die Treuhandstelle das Geld an den Bestatter aus. Treuhandstellen werden zum Beispiel von einigen Bestatterverbänden betrieben, wie dem Verband unabhängiger Bestatter (VuB), dem Deutschen Institut für Bestattungskultur (DIB) oder dem Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB). Diese Treuhandstellen stellen sicher, dass das Geld des Kunden zum einen verzinst wird und zum anderen bei einer möglichen Insolvenz des Bestatters sicher ist.

Unabhängig von einem Vorsorgevertrag mit einem Bestatter gibt es – auch abhängig von der persönlichen finanziellen Situation - verschiedene Möglichkeiten, für die Kosten der eigenen Bestattung vorzusorgen, zum Beispiel Sterbegeldversicherung, Bargeld, Sparbuch, Erbe, Lebensversicherung oder Risikolebensversicherung.