Bestattungsvorsorge

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Im Trauerfall kommen zahlreiche Entscheidungen auf Hinterbliebene zu. Verunsicherung entsteht, wenn man nicht weiß, was der Verstorbene sich wünschte. Daher macht man sich am besten selbst zu Lebzeiten Gedanken darüber, wie die eigene Bestattung später ablaufen soll.

Auf dem traditionellen Weg waren schriftliche Absprachen oft nicht nötig, die Familie kümmerte sich um die Beisetzung - meist in altbekannter Manier. Das Aufbrechen der Traditionen, die Vielzahl neuer Möglichkeiten und die veränderten Familienstrukturen lassen eine schriftliche Festlegung, auch innerhalb der Familie, als sinnvoll erscheinen. Auf diesem Weg können auch Freunde oder Bekannte in die Organisation mit einbezogen werden.

Mit Bestattungsvorsorge können Angehörige entlastet und die Bestattungswünsche abgesichert werden. Dazu gehört zuerst die gründliche Information - anschließend können Wünsche für die eigene Bestattung festgelegt werden. Wichtig für alle Beteiligten, das zeigt die Erfahrung von Aeternitas, ist dabei die Absprache der Beteiligten.

Vorsorge beseitigt die die Unsicherheit, ob zum Zeitpunkt des Todes ein Vertrauter des Verstorbenen die Totenfürsorge (also das Recht und zugleich die Pflicht, sich um den Leichnam des Verstorbenen zu kümmern) übernimmt. Für die ganze Familie bietet sich an, im Rahmen der Vorsorge zu bestimmen, bei welchem Familienmitglied die Totenfürsorge liegen soll.

Aus den Wünschen für die Bestattung ergibt sich der voraussichtliche Kostenrahmen. Dieser sollte - abhängig von der persönlichen finanziellen Situation - mit der finanziellen Vorsorge abgesichert werden. Denn das, was man sich für die Bestattung wünscht, sollten die Hinterbliebenen später auch bezahlen können.

Was beauftragen?

Im Vorfeld einer Bestattungsvorsorge steht die gründliche Information darüber, welche Bestattungs- und Abschiedsmöglichkeiten es gibt und welche Kosten damit verbunden sind. Dabei hilft Aeternitas. Ebenso informiert jeder Bestatter oder die örtliche Friedhofsverwaltung. Auch Anbieter von Krematorien, Baumbestattungen oder Seebestattungen stehen gerne für Auskünfte zur Verfügung. Kosten- und Leistungsvergleiche sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Für die Entscheidung zentral bleiben aber die Gespräche mit dem persönlichen Umfeld und mit denen, die später für die Bestattung verantwortlich sein sollen.

Der Bestattungsauftrag sollte alle Details zur Bestattung enthalten. Bevor einer Vereinbarung oder der Unterschrift unter einen Vertrag, sollte man sich immer einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben lassen.

Bestattungsart und Friedhof

Machen Sie grundsätzliche Angaben zur Bestattungs- und Grabart. Hier Beispiele für die Formulierung:

Erdbestattung

Ich wünsche eine Erdbestattung auf einem Friedhof.

Mein Leichnam soll anonym beigesetzt werden.

oder

Die Beisetzung soll auf folgendem Friedhof/Grabstätte vorgenommen werden:

____________________________________________________

Feuerbestattung

Ich wünsche eine Feuerbestattung. Nach meinem Tod soll mein Leichnam eingeäschert werden.

Mein Leichnam soll anonym beigesetzt werden.

oder

Die Beisetzung soll auf folgendem Friedhof/Grabstätte vorgenommen werden:

____________________________________________________


____________________________________ Ort, Datum, Unterschrift

Abschiedsfeier und Beisetzung

Grundsätzlich kann man erst einmal festlegen, ob eine Abschiedsfeier stattfinden soll. Von der grundlegenden Frage, wo die Abschiedsfeier stattfinden soll (zum Beispiel eine bestimmte Trauerhalle oder Kirche, nur am Grab usw.), ausgehend können dann Details geklärt werden. Da sind zum Beispiel folgende Punkte (Auswahl):

  • Kirchliche Riten, Kirchengemeinde, Geistlicher
  • Säkulare, individuelle Riten
  • Umrahmung der Feier (Blumen, Kerzen, Musik, Kondolenzbuch etc.)
  • Trauerzug und Grablegung (Sargträger, Glockengeläut, Musik, Grabrede etc.)

Kremation (Einäscherung)

Beispiel, wie eine Erklärung zur gewünschten Kremation aussehen kann:

Die Wahl des Krematoriums überlasse ich folgender Person:

Herrn / Frau __________________________________________________

Die Kremation soll in folgendem Krematorium vorgenommen werden:

_____________________________________________________

Man kann sich auch auf eine der folgenden Erklärungen beschränken:

Ich wünsche, dass die Einäscherung im nächstgelegenen Krematorium vorgenommen wird.

Ich wünsche, dass die Einäscherung meines Leichnams in dem preisgünstigsten Krematorium vorgenommen wird.

Ich wünsche, dass mein Leichnam mit einem Einzeltransport zum Krematorium überführt wird.

Ich wünsche, dass mein Leichnam auf die günstigste Art und Weise zum Krematorium überführt wird.

Trauerkaffee

Es sollte fest gelegt werden, ob ein Trauermahl / ein Beerdigungskaffee abgehalten werden soll - und falls ja, wo (zum Beispiel zuhause, in einer bestimmten Gaststätte oder im Pfarrheim). Im Vorfeld sollten auch die Fragen geklärt werden, wer eingeladen wird, in welchem Rahmen die Veranstaltung stattfindet (zum Beispiel Kaffeetafel, Essen mit Bewirtung oder Stehempfang). Auch Fragen der Dekoration und eventuelle andenken für die Trauergäste können im Vorfeld bestimmt werden.

Grabpflege und Grabmal

Friedhofsgärtner bieten Vorsorgeverträge für die Grabpflege an. Wer zu Lebzeiten die Pflege seines Grabes regeln möchte, kann darüber mit dem Friedhofsgärtner einen Vertrag schließen, in dem alle Einzelheiten schon festgelegt sind. Große Unterschiede bestehen beim Umfang der Leistungen - und dementsprechend auch bei den Kosten. Zum Beispiel muss festgelegt werden, wie aufwändig die Bepflanzung sein oder wie oft das Grab hergerichtet werden soll.

Der entsprechende Geldbetrag wird dem Friedhofsgärtner zu Vertragsbeginn übergeben, der diesen bei einer Treuhandstelle hinterlegt. Auf Letzteres sollte man unbedingt beachten, damit das Geld auch bei einer Insolvenz des Friedhofsgärtners sicher ist.

Die finanzielle Vorsorge für ein Grabmal ist selbstverständlich auch möglich. Allerdings gibt es nur sehr wenige, regional begrenzte Treuhandstellen für Vorsorgeverträge mit Steinmetzen.

In der Praxis empfiehlt es sich, bei einer Vorsorge für das Grabmal die Finanzierung der Steinmetzleistung in den Grabpflegevertrag mit dem Friedhofsgärtner aufzunehmen und den vorgesehenen Betrag über deren Treuhandstellen absichern zu lassen.

Wen beauftragen?

Man kann festlegen, wer sich als Bevollmächtigter um die Bestattungswünsche kümmern und wen derjenige damit beauftragen soll. Dabei hat man die Wahl zwischen Familienmitgliedern, Freunden, Betreuern, Treuhändern oder auch Bestattern.

Man hat es auch selbst in der Hand, sich für die verschiedenen Waren und Dienstleistungen im Rahmen der Bestattung für ein bestimmtes Unternehmen zu entscheiden, von dem man zuverlässige Leistungen erwartet.

Bevollmächtigung einer bestimmten Person dient zugleich der Kontrolle im Nachhinein, ob denn alles nach den zu Lebzeiten vorgegebenen Wünschen abgelaufen ist.

Bevollmächtigter

In der folgenden Form kann ein Bevollmächtigter (bzw. Totenfürsorgeberechtigten) für die Sicherstellung der eigenen Bestattungswünsche benannt werden. Er fungiert als der übergeordnete "Organisator", der die Wünsche bestmöglich umsetzt. Die Ausführung selbst übernimmt dann ein Bestatter, den ma sie selbst bestimmt hat oder den der Bevollmächtigte auswählt.

Ich erteile hiermit

Herrn / Frau _____________________________________________________

ausdrücklich die Vollmacht für die Ausrichtung meiner oben gewünschten Bestattung, die Eingehung aller damit verbundenen Rechtsgeschäfte und die Bezahlung aller Verbindlichkeiten mit dem festgelegten Geldbetrag in Höhe von _____ Euro.

Sollte durch Ordnungsbehörden oder andere Stellen eine letztwillige Verfügung von mir verlangt werden, so soll die oben genannte Person diese Entscheidung treffen und sein/ihr Wort soll gleichzeitig als meine letztwillige Verfügung gelten.

Die oben genannte Person ist über meine Bestattungsverfügung informiert und mit den Regelungen einverstanden.

_____________________________, den _____________________________

___________________________ (Unterschrift)

___________________________ (Unterschrift Bevollmächtigter)

Anlage zu meiner Bestattungsverfügung vom ________

Auftragnehmer

Man lege selbst fest, welche Unternehmen im Rahmen der eigenen Bestattung tätig werden sollen. Zu Lebzeiten hat man die Möglichkeit durch Erfahrungen mit Bestattungen anderer oder durch persönliche Beratungsgespräche die Bestattungsbetriebe kennen zu lernen, denen man vertraut, die eigenen Wünsche angemessen umzusetzen.

Den Bestatter kann man nach eigenem Belieben zu Lebzeiten selbst wählen. Die Auswahl eines Bestatters für einen Bestattungsvorsorgevertrag ist eine Vertrauensfrage. Man sollte daher die Gelegenheit nutzen, sich bei verschiedenen Bestattern persönlich zu informieren. Die Bestatterwahl können natürlich auch später auch die Hinterbliebenen treffen.

Wünsche, die Angebote des Bestatters und die Kosten sollten durchgesprochen werden. Den Bestattungsauftrag erteilt man schriftlich, Basis sollte immer ein schriftliches Angebot im Rahmen eines transparenten Kostenvoranschlags sein. Im Bestattungsvorsorgevertrag können mit einem Bestatter schon zahlreiche Details festgelegt werden. Dies ist dann sinnvoll, wenn man zweifelt, ob die Hinterbliebenen später die eigenen Wünsche umsetzen und beaufsichtigen können oder wollen. Man achte auch beim Bestatter darauf, ob und welche Subunternehmer mit verschiedenen Leistungen wie zum Beispiel dem Blumenschmuck beauftragt werden sollen.

Kostenvoranschlag

Ein schriftlicher Kostenvoranschlag ist bei einem guten Bestatter selbstverständlich. Man sollte sich ruhig trauen nachzufragen, wenn man etwas nicht versteht oder wenn nicht klar ist, was ein bestimmter Posten auf dem Kostenvoranschlag bedeutet. Der Kostenvoranschlag soll in allen Punkten verständlich und transparent sein. Man sollte überprüfen, ob der Endpreis alle Leistungen enthält oder ob weitere Kosten anfallen, zum Beispiel für Friedhofsgebühren.

Sollte es später bei der Rechnung zu Problemen kommen, wird der Kostenvoranschlag zur wichtigen Grundlage für eine Beschwerde. Bei der Höhe der Rechnung gilt als Faustregel, dass zehn Prozent Abweichung vom vereinbarten Betrag zu tolerieren sind.

Bestattungsauftrag

Es sollte bei einem Bestattungsauftrag stets überlegt werden, wie viel Freiheit dem Bestatter bei einem solchen Auftrag eingeräumt wird. Je mehr Details festgelegt wurden, umso eher lassen sich spätere Unstimmigkeiten oder Missverständnisse vermeiden.

Im Bestattungsauftrag wird das Bestattungsinstitut mit der Durchführung und Abwicklung der Bestattung beauftragt. Dazu gehören meist auch alle damit verbundenen Beisetzungsangelegenheiten, Behördengänge, andere Formalitäten sowie das Anfordern und Kündigen von Verträgen und Versicherungen, insbesondere dem Anfordern von Sterbegeldversicherungen, falls man das nicht selbst erledigen möchte.

Der Auftraggeber bestimmt die Art der Bestattung (Zum Beispiel Erdbestattung, Feuerbestattung, Seebestattung, Waldbestattung, Anonyme Bestattung) und wählt den Friedhof aus. Sonderwünsche sollten ebenso schriftlich formuliert sein, wie Vorstellungen von der Trauerrede bzw. Ansprache. Falls schon ein Grab vorhanden ist, sollte das im Auftrag festgehalten werden. Soll ein neues Grab gewählt werden, können Sie auch hier die Wünsche schriftlich festgehalten werden.

Es sollte alles schriftlich und vor allem eindeutig fixiert werden.

Bestattungsvorsorgevertrag

Da bei den Bestattungsvorsorgeverträgen die vereinbarte Gesamtsumme für die Bestattungskosten in der Regel im Voraus entrichtet werden muss, sollte das Geld nicht beim Bestatter selbst, sondern bei einer so genannten Treuhandstelle hinterlegt werden, wo es bis zum Eintritt des Todesfalls verzinslich angelegt wird. Darüber hinaus kann der Betrag auch auf einem Sparbuch mit Sperrvermerk zu Gunsten des Bestatters hinterlegt werden.

Der Bestatter verpflichtet sich, nach dem Versterben des Vertragspartners die Bestattung in der vereinbarten Form durchzuführen. Einen Anspruch auf Bezahlung hat der Bestatter aber erst dann, wenn er die Bestattung im vereinbarten Umfang auch tatsächlich durchgeführt hat.

Bei der Aufbewahrung der vereinbarten Summe beim Bestatter besteht immer das so genannte Insolvenzrisiko: Wenn der Bestatterbetrieb zahlungsunfähig wird, ist auch das dort hinterlegte Geld in der Regel verloren.

Der Vorsorgevertrag mit dem Bestatter bietet ein hohes Maß an Sicherheit (keine Auflösung durch das Sozialamt bis zur Höhe von ca. 3.500 Euro), aber wenig Flexibilität. Bei einem Wohnortwechsel muss der Vertrag gelöst, zumindest abgeändert werden. In der Regel fallen Kündigungsgebühren (bis zu 15 Prozent der Vertragssumme) an. Man achten deshalb im Vertrag auf eine entsprechende, kostenneutrale Kündigungsregelung.

Preissteigerungen können nicht ausgeschlossen werden, da Verträge zu aktuellen Preisen geschlossen werden. Das Risiko in der Zukunft liegt beim Kunden, der im ungünstigsten Fall Nachzahlungen auf den Vertrag leisten muss, um den vereinbarten Bestattungsstandard zu erhalten. Darüber hinaus sind die zugrunde liegenden Preisangaben des Bestatters in der Regel nur für zwei Jahre verbindlich. Wenn zwischen dem Vertragsschluss und dem Todesfall mehr als zwei Jahre liegen, kann es daher vorkommen, dass eine völlig neue Kalkulation vorgenommen werden muss, die für die eigene Bestattung auch negative Folgen haben kann (etwa eine Einschränkung oder der Wegfall einzelner Leistungen).

Aeternitas-Tipp: Jede Preisänderung bietet auch die Gelegenheit, den Bestattungsumfang zu ändern und eventuellen neuen Verhältnissen anzupassen, um so Verteuerungen zu vermeiden. Unverhältnismäßige Preissteigerungen berechtigen auch zur Kündigung des Vorsorgevertrages.

Subunternehmer

Es ist üblich, dass ein beauftragter Bestatter einzelne Dienstleistungen wie zum Beispiel den Blumenschmuck oder das Drucken der Trauerkarten an Subunternehmer weitergibt. Oder er vermittelt die Einäscherung im Krematorium. Oft fließen dabei Vermittlungsprovisionen.

Kunden können von Provisionen profitieren, wenn diese nicht allein in die Tasche des Unternehmers fließt, sondern die Rechnung dadurch günstiger wird. Man zahlt aber zuviel, wenn hohe Provisionen die Rechnung teurer machen. Problematisch ist, dass man meist nur vermuten kann, ob Provisionen fließen und ob sich die Provision in der Rechnung auswirkt.

Rechtlich sind Provisionszahlungen im Bestattungswesen unbedenklich. Es gibt keine klare gesetzliche Vorschrift darüber, ab welchem Betrag oder Prozentsatz der Unternehmer verpflichtet ist, dem Kunden die Zahlung einer Provision zu offenbaren. In der Bestattungsbranche sind zwischen zwei und 15 Prozent üblich.

An wen wendet man sich mit Beschwerden? Im einen Fall tritt dem Kunden gegenüber ein Unternehmer - zum Beispiel ein Bestatter - für den gesamten Auftrag in Erscheinung. Nur er ist der alleinige Vertragspartner und haftet insgesamt für alle Fehler, auch die der Subunternehmer, die er beauftragt hat.

Im anderen Fall nennt der Bestatter dem Kunden beispielsweise einen Steinmetz oder Floristen und bietet an, den Auftrag weiterzuleiten. Auch hier erkennt der Kunde spätestens an der Rechnung oder am Kostenvoranschlag, wer Ihm gegenüber verantwortlich ist. Ist das unklar, frage man nach, denn die Haftungsregelung hängt davon ab. Dem Kunden stehen jeweils einzelne Unternehmer gegenüber, die auch bei Beschwerden die jeweiligen Ansprechpartner sind.

Kontrolle

Zur Vorsorge gehört auch die Kontrolle, ob die eigenen Wünsche umgesetzt werden und ob die finanzielle Seite korrekt abgewickelt wurde. Man kann für Sicherheit sorgen, indem man einen Bevollmächtigten einsetzt und sich genau überlegt, wem die Angelegenheit der eigenen Bestattung anvertraut werden soll.

Man kläre im Vorfeld, was nach Abrechnung aller Bestattungskosten mit eventuellen Überschüssen, der Restsumme (Differenz zwischen den Kosten der Bestattung und dem bereit gestellten Budget) geschieht. Aeternitas hilft bei der Überprüfung der Abrechnungen.

Eine Regelung kann zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

Anspruch auf den Restbetrag haben:

□ Die Erben

□ Herr/Frau _________________________

□ Der Totenfürsorgeberechtigte _________________________

□ Die gemeinnützige Organisation (Spende) _________________________

Die ordnungsgemäße Abrechnung erfolgt gegenüber der/den genannten Person(en).

Finanzierung

Eine gängige Bestattung kostet rund 6.000 Euro. Diese Summe muss bei einem Trauerfall relativ kurzfristig aufgebracht werden. Aber auch schon 2.000 oder 3.000 Euro für eine sehr einfache Bestattung stellen für viele Menschen ein Problem dar - ganz zu schweigen von Summen von 10.000 Euro und mehr, die für eine aufwendigere Bestattung schnell zusammen kommen.

Aus den Wünschen für eine Bestattung und den daraus folgenden Kosten ergibt sich das notwendige finanzielle Budget. Diese finanzielle Grundlage sollte für den Todesfall abgesichert sein, damit die Wünsche umgesetzt werden können. Für die finanzielle Vorsorge bietet sich eine Reihe verschiedener Möglichkeiten an. Kostensteigerungen über die Jahre sollten dabei berücksichtigt werden. Auch deshalb sind verzinsliche Finanzierungsformen zu empfehlen. Diejenigen, die über kein ausreichendes Vermögen verfügen oder die notwendigen Kosten für die Bestattung nicht auf die Schnelle bereitstellen können, sollten mit kleinen Beträgen schrittweise ein finanzielles Polster ansparen und die Bestattungskosten so absichern.

Zur Finanzierung gehört auch, dafür zu sorgen, dass die Begünstigten, also die vorgesehene(n) Persone(n) oder Unternehmen das Geld zügig erhalten, um die Bestattung zu bezahlen.

Begünstigte

Der Begünstigte aus der Bestattungsvorsorge, also derjenige, der mit dem Geld aus der finanziellen Vorsorge die Bestattung organisieren soll, kann aus der Familie oder aus dem persönlichen Umfeld stammen, ein Treuhänder sein, aber ebenso ein gewerblicher Anbieter - meist ein Bestatter.

Bei gewerblichen Anbietern oder Treuhändern sind vertragliche Absprachen über die Art und den Umfang der Bestattung selbstverständlich, im privaten Umfeld auf jeden Fall zu empfehlen.

Budget und Kostenrahmen

Eine Bestattung kostet mehr als die meisten Menschen glauben. Neben den Kosten für den Bestatter (unter anderem Sarg, Transport und Versorgung des Verstorbenen) fallen unter anderem Friedhofsgebühren, Kosten für das Grabmal und eventuell auch die Dauergrabpflege an. Einige Kosten müssen bereits kurz nach dem Todesfall bezahlt werden, wie zum Beispiel der Bestatter oder die Kosten für den Erwerb der Grabstelle.

Bei der Kalkulationsollte man eher großzügig rechnen, da man mit Preissteigerungen oder Gebührenerhöhungen rechnen müssen.

Den Preisrahmen kann man selbst im Vorfeld festlegen. Beispiel für eine Auflistung:

Preise für Bestatterleistung

Ich wünsche folgende Bestattungsart: Erdbestattung / Feuerbestattung.

Für die einzelnen Leistungen zu meiner Beisetzung sollen folgende Beträge aufgewendet werden:

________ Euro für Sarg

________ Euro für Schmuckurne

________ Euro für Kissen, Decken, Polster für den Sarg

________ Euro für Totenkleidung

________ Euro für Ankleiden und Einbetten

________ Euro für Hygienische Versorgung des Leichnams

________ Euro für Überführung innerörtlich

________ Euro für Überführung außerörtlich

________ Euro für Aufbahrung u. Dekoration in der Trauerhalle

________ Euro für Grabkreuz

________ Euro für Formalitäten und Verwaltung

________ Euro für ___ Trauerbriefe ohne Porto


Ich wünsche folgende weiteren Leistungen für meine Beisetzung:


________ Euro für Zeitungsanzeige

________ Euro für musikalische Gestaltung

________ Euro für professionellen Trauerredner


_______________________________________ Datum, Unterschrift


Dazu kommen im Rahmen der Bestattung Ausgaben für:

- Gebühr für Grabnutzung

- Gebühr für Bestattung

- Gärtnerleistungen für Dekorationen, ersten Schmuck der Grabstätte nach der Beisetzung

- Steinmetzleistungen für das Grabmal (inkl. Beschriften und Aufstellen) bzw. bei einem schon bestehenden Grabmal Abräumen, Beschriften und Wiederaufstellen des Grabmals.

Vorsorgevarianten

Alle Varianten der Vorsorgefinanzierung haben ihre Vor- und Nachteile, immer abhängig von der eigenen persönlichen Situation. Man sollte abwägen, ob die Rendite oder die Sicherheit der Bestattungsvorsorge im Vordergrund stehen soll.

Es ist zu empfehlen, die finanzielle Vorsorge und die Bestattungswünsche, zu trennen. Die Hinterbliebenen bleiben flexibel und können auf neue Lebenssituation wie zum Beispiel einen Wohnortwechsel kurz vor der Bestattung einfacher reagieren.

Bargeld

Bei Bargeld muss sichergestellt werden, dass die Person, die sich nach dem Tod um die Bestattung kümmern soll, dieses auch zuverlässig erhält. Barvermögen des Verstorbenen fällt aber ohne besondere Regelung in den Nachlass. Damit erhält der Erbe die Verfügungsgewalt. Ob der Geldbetrag für die Bestattung genutzt wird, ist damit den Erben überlassen. Was also fehlt, ist die Zweckgebundenheit, die in einer Vorsorgeregelung zu treffen wäre. Auch wird Bargeld nicht verzinst und der Umgang damit ist nur schwer zu kontrollieren. Für die Bestattungsvorsorge erscheint Bargeld deshalb nur wenig zweckmäßig.

Sparbuch

Der notwendigeBetrag für die Bestattungskosten auf einem Sparbuch oder -konto, bei dem Verwendungszweck und Empfänger festgelegt werden. Die anfallenden Zinsen kommen der Bestattungsvorsorge zugute und dämpfen eventuelle Kostensteigerungen. Wenn man allerdings den für die Bestattung notwendigen Betrag auf dem Sparkonto durch laufende Teilbeträge ansparen möchte, dauert das viele Jahre. Falls der Todesfall innerhalb der nächsten Jahre eintritt, sind die Bestattungskosten noch nicht abgedeckt.

Banken bieten für diesen Zweck Sparkonten mit Verfügungserklärungen von Todes wegen an, die erst mit dem Tod des Kontoinhabers gültig werden. Banken und Sparkasse informieren darüber, in welcher Art der Geldbetrag am einfachsten angelegt und geschützt werden kann und wie Dritte im Todesfall am schnellsten über das Geld verfügen können. Empfänger des Geldes kann auch ein Bestatter sein. Es besteht die Möglichkeit, bei einem Bestattungsvorsorgevertrag die vereinbarte Summe in Form eines Sparkontos zu seinen Gunsten zu hinterlegen.

Sparkonten sind nicht vor dem Zugriff des Sozialamts geschützt, wenn man dort einmal Unterstützung beantragen sollte. Kosten für ein Pflegeheim im Alter zum Beispiel müssen dann aus dem Ersparten abgedeckt werden, bevor das Sozialamt Leistungen gewährt.

Als Beispiel für einen Sperrvermerk oder eine Auflage kann man sich an folgender Formulierung orientieren:


"Die Spareinlage soll nach meinem Tod ausschließlich an Herrn / Frau _____________ bzw. an einen Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens ________________ unter Vorlage der auf meinen Namen vorliegenden Sterbeurkunde und der Abschlussrechnung des Bestattungsunternehmens ausbezahlt werden.


Vor meinem Tod soll die Auszahlung der Sparsumme oder die Auflösung des Sparbuches nur bei persönlichem Erscheinen meiner Person oder einer von mir schriftlich beauftragten Person unter Nennung eines Kennwortes (separates Schreiben) und des Herrn / der Frau _____________ bzw. eines Mitarbeiters des Bestattungsunternehmens ________________ vorgenommen werden."


Es ist ratsam, noch ein separates Kennwort zu vereinbaren, um einen Missbrauch auszuschließen. Dieses Kennwort sollte dementsprechend nicht in der oben genannten Bedingung aufgenommen werden.

Erbe

Es ist möglich jemandem zum Erben zu bestimmen mit der Auflage, dass diese Person das Erbe nur erhält, wenn sie die Bestattung des verstorbenen Erblassers in der von ihm gewünschten Form veranlasst hat. Die Kosten werden durch das Erbe abgedeckt. Wichtig ist, dass ein Testamentsvollstrecker die Einhaltung der Auflage überwacht.

Ein großer Nachteil an dieser Vorsorgevariante ist, dass die Zahlung des für die Bestattung vorgesehenen Erbteils frühestens einige Wochen nach der Bestattung und der Testamentseröffnung erfolgt, die Kosten jedoch schon früher anfallen.

Lebensversicherung

Lebensversicherungen gehören nicht zum Erbe. Deshalb ist es möglich, den oder die Begünstigten aus der Lebensversicherung für den Fall des eigenen Ablebens frei zu wählen und zu garantieren, dass diese das Geld auch erhalten - unabhängig vom restlichen Erbe. Man kann zu Lebzeiten einen Teilbetrag der Versicherungssumme mit einem widerruflichen oder unwiderruflichen Bezugsrecht versehen. Der bestimmte Anteil am Versicherungsbetrag wird dann im Todesfall an die begünstigte Person ausgezahlt, die damit die Bestattungskosten begleichen kann. Als Kapitallebensversicherung wird die Versicherungssumme bei Erreichen eines bestimmten Alters ausgezahlt (meistens mit 65 Jahren).

Risikolebensversicherung

Eine Risikolebensversicherung erscheint in jungen Jahren wegen der niedrigen monatlichen Beiträge recht günstig. Aber die Tarife erhöhen sich beim Abschluss mit zunehmendem Alter. Und schon ab dem Alter von - gewöhnlich - 65 Jahren ist ein Abschluss meist nicht mehr möglich.

Von den eingezahlten Beiträgen bleibt nach Ablauf des Versicherungsschutzes mit 60 oder 65 Jahren nichts übrig. Es wird kein Guthaben angehäuft, das eingezahlte Kapital und der Versicherungsschutz verfallen gleichermaßen, wenn der Versicherungsnehmer während der Laufzeit nicht verstirbt.

Sterbegeldversicherung

Bei einer Sterbegeldversicherung zahlt der Versicherungsnehmer regelmäßige Prämien an die Versicherung. Gerade für Personen, die über kein Vermögen verfügen und mit kleinen Beträgen die Bestattungskosten absichern und die gleichzeitig die notwendige Summe ansparen müssen oder wollen, ist die Sterbegeldversicherung interessant. Der volle Versicherungsschutz besteht oft schon relativ kurzfristig. Bei einer guten Sterbegeldversicherung wird die volle Summe bereits nach einem Jahr Beitragszahlung fällig, wobei vorher im Todesfall schon anteilsmäßig der vorgesehene Betrag ausgezahlt wird. Mit zunehmendem Alter steigen beim Abschluss einer Sterbegeldversicherung die Tarife, aber auch das Risiko zu sterben.

Im Todesfall wird die vorher festgelegte Summe an den Bezugsberechtigten (gewöhnlich die Person, die die Police und die Sterbeurkunde der Versicherung vorlegt) ausgezahlt. Einen Bezugsberechtigten kann man auch explizit angeben. Das sollte im Regelfall die Person sein, die dann mit diesem Geld die Bestattung organisieren soll. Im Rahmen eines Vorsorgevertrages mit einem Bestatter kann das auch der Bestatter sein.

Andere Anlageformen versprechen mitunter eine höhere Rendite als Sterbegeldversicherungen. In Einzelfällen zahlen Versicherungsnehmer auch mehr ein, als sie später ausgezahlt bekommen. Die Sterbegeldversicherung dient jedoch in erster Linie nicht zur renditlichen Anlage von Kapital, sondern zur Absicherung der Bestattungskosten und damit der eigenen Bestattungswünsche. Bei der Sterbegeldversicherung darf das Sozialamt eine Auflösung nicht erzwingen, soweit es sich um eine Vorsorge für eine angemessene Vorsorge handelt (weiteres dazu unter dem Punkt "Sozialamt"). Neben Zinsen und Überschussbeteiligungen des Versicherers, die die Versicherungssumme erhöhen, fallen wie bei anderen Versicherungen auch Gebühren an.

Da es eine ganze Reihe von Anbietern mit unterschiedlichen Konditionen (zum Beispiel bei der Beitragshöhe und den Leistungen) gibt, ist es wichtig, die Angebote verschiedener Versicherer zu prüfen.

Die folgende Liste zeigt, was eine gute Sterbegeldversicherung ausmacht:

  • Sterbegeld wahlweise von 1.000 bis 12.500 Euro
  • Beitritt von 15 bis 80 Jahren
  • Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung
  • Keine Wartezeiten, lediglich Staffelung der Leistung in den ersten 12 Monaten
  • Staffelung entfällt bei Unfalltod
  • Doppeltes Sterbegeld bei Tod durch Unfall
  • Befristete Beitragszahlungsdauer, Überzahlungen nur in Ausnahmen
  • Beitragsbefreiung ab Pflegestufe III
  • Keine Kopplungsgeschäfte von Sterbegeldversicherungen und Vorsorgeverträgen mit Bestattern, Gärtnern oder Steinmetzen
  • Assistance-Leistungen im Trauerfall
  • Relativ günstige Monatsprämien

Treuhandkonto

Zusammen mit dem Vorsorgevertrag kann die für die Bestattungswünsche notwendige Gesamtsumme beim Bestatter hinterlegt werden. Die Summe sollte während der Laufzeit verzinst werden. Dabei achte man darauf, dass der Bestatter das Geld unbedingt bei einer Treuhandstelle (mit Gebühren verbunden) hinterlegt. So wird Risiko bei einer Insolvenz des Bestatters ausgeschlossen. Ansonsten könnte das im Voraus bezahlte Geld verloren sein.

Das bei einer Treuhandstelle (zum Beispiel die dem Bundesverband der Deutschen Bestatter oder die dem Deutschen Institut für Bestattungskultur angegliederte) angelegte Geld bleibt so lange auf dem Treuhandkonto liegen, bis es im Bestattungsfall freigegeben werden wird. Die Auszahlung erfolgt dann in der Regel an das Bestattungsunternehmen. Es besteht übrigens Anspruch auf eine Einzahlungsbestätigung und auf jährliche Mitteilungen über die Höhe des Treuhandvermögens einschließlich der Verzinsungen.

Verfügungen

Um dem eigenen Willen rund um Alter, Tod und Bestattung Ausdruck zu verleihen, empfiehlt Aeternitas, die eigenen Wünsche verbindlich in Verfügungen festzulegen.

Die wichtigste Art dieser Verfügungen ist die so genannte Bestattungsverfügung für detaillierte Bestattungswünsche. Für die grundlegenden Bestattungswünsche reicht eine Willenserklärung.

Sozialamt

Bei einer sogenannten Sozialbestattung - wenn also das Sozialamt die Kosten für die Hinterbliebenen übernimmt - kann die Erstattungsfähigkeit einzelner Kostenpositionen durch den Sozialhilfeträger von dem zu Lebzeiten geäußerten Willen des Verstorbenen abhängen. Auch deshalb empfiehlt es sich schon aus Gründen der besseren Nachweisbarkeit für die Angehörigen, den eigenen Willen frühzeitig zu dokumentieren.

Eine andere Frage ist die der Unantastbarkeit der finanziellen Vorsorge durch das Sozialamt, wenn Leistungen wie die Hilfe zur Pflege beantragt werden. Manche Sozialämter drängen dann die Antragsteller darauf, eine vorliegende finanzielle Bestattungsvorsorge (zum Beispiel Vorsorgevertrag beim Bestatter oder Sterbegeldversicherung) aufzulösen, bevor Zahlungen geleistet werden. Eine zweckgebundene Bestattungsvorsorge im Rahmen eines Vorsorgevertrages beim Bestatter oder einer Sterbegeldversicherung ist nach verschiedenen Gerichtsurteilen vor einem solchen Zugriff jedoch sicher - je nach örtlichen Bestattungskosten bis zu 7.000 Euro oder sogar ausnahmsweise darüber hinaus. Andere Arten der finanziellen Vorsorge für die Bestattung, wie zum Beispiel ein einfaches Sparbuch, müssen bei Bedürftigkeit aufgelöst werden, bevor das Sozialamt Zahlungen zum Lebensunterhalt leistet. Die angemessene Bestattungsvorsorge muss übrigens zusätzlich zu dem allgemeinen Schonbetrag, der Betroffenen ohnehin zusteht, unangetastet bleiben. Neben der Vorsorge für die Bestattung ist auch die Vorsorge für die Grabpflege unter denselben Bedingungen geschützt.1

In Einzelfällen kann das Sozialamt sogar verpflichtet werden, die monatlichen Raten für die Sterbegeldversicherung eines Sozialhilfeempfängers zu übernehmen. Entsprechend hat zum Beispiel das Sozialgericht Karlsruhe Ende 2015 geurteilt. Die Beiträge für eine Sterbegeldversicherung wurden im Rahmen der Grundsicherung im Alter als zusätzlicher Bedarf eingestuft. Um die Bestattung der Antragstellerin abzusichern, sollte der verklagte Sozialhilfeträger die monatlichen Raten übernehmen. Damit sollte die geplante und als angemessen eingestufte Bestattungsvorsorge weiter gewährleistet werden. Das Gericht verwies auf Paragraph 33 Absatz 2 des Zwölften Sozialgesetzbuches, nach dem die erforderlichen Aufwendungen für ein angemessenes Sterbegeld übernommen werden können.

Wenn im Unterschied zur Sozialbestattung bei fehlenden, unbekannten oder sich weigernden Nachkommen nach einem Sterbefall das Ordnungsamt tätig wird, ist dieses grundsätzlich gehalten, die entstehenden Kosten gering zu halten. Zumindest aber die Wünsche des Verstorbenen bezüglich der gewünschten Art der Beisetzung (Feuer- oder Erdbestattung), des Bestattungsortes und gegebenenfalls des Wunsches, nicht anonym bestattet zu werden, müssen beachtet werden, wenn sie denn glaubhaft nachgewiesen werden können. Eine anonyme Bestattung ist nach Aeternitas-Meinung entgegen der üblichen Praxis nach nur zulässig, wenn sie dem Willen des Verstorbenen entspricht.

  1. Weitere Einzelheiten unter: [1]