Überhangflächen

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Überhangfläche auf dem Bonner Nordfriedhof

Der Wandel der Friedhofs- und Bestattungskultur hinterlässt auf vielen - besonders auf den großflächigen, innerstädtischen - Friedhöfen nicht mehr benötigte Freiflächen, so genannte Überhangflächen. Viele dieser bisher für Erdbestattungen genutzten oder zumindest vorgesehenen Flächen werden langfristig nicht mehr benötigt, da die Nachfrage nach Platz sparenden Urnengräbern in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen ist. Problematisch sind Überhangflächen vor allem deshalb, weil sie weiterhin Kosten verursachen und somit die Gebührenhaushalte der Friedhöfe bzw. die Kommunen belasten - und häufig auch die Gebührenzahler.

Ursachen

Prognosen aus den 1960er und 1970er Jahren, nach denen zum Teil Friedhöfe geplant und vergrößert wurden, gingen noch davon aus, dass der Flächenbedarf für Bestattungen generell und kontinuierlich ansteigen werde. Experten und Entscheider rechneten mit einem beständigen Anteil an Erdbestattungen und sahen den Trend zur Feuerbestattung (und damit zu Platz sparenenden Gräbern) nicht voraus. Darüber hinaus wurde von einem so nicht eingetretenen weiteren Anstieg der Bevölkerung und höheren Sterbezahlen ausgegangen. Die Bevölkerungszahlen sind jedoch nicht im erwarteten Maße angestiegen, ebenso wenig wie - angesichts der gestiegenen Lebenserwartung - die Sterbezahlen. Dazu kommen durchschnittlich kürzere Ruhefristen und immer weniger Verlängerungen der Grabnutzungsdauer.

Literatur

  • Aeternitas/Bund der Steuerzahler Niedersachen und Bremen: Friedhofsgebühren 2011 - Erhebung in niedersächsischen und bremischen Städten, 2011.